Long Tail Suchanfragen und das Pareto-Prinzip

Wenn Sie selbst eine Webseite betreiben und dort mit einem Dienst wie z.B. Google Analytics das Verhalten Ihrer Webseiten-Besucher analysieren, dann werden Sie auf spannende Erkenntnisse stossen.

Sicher kennen Sie das 80-20 Prinzip von Vilfredo Pareto. Auf dieses Prinzip stossen Sie bei vielen alltäglichen Beobachtungen. So sind etwa 80% des Vermögens in der Hand von 20% der Personen. Oder auf die Arbeitswelt angewendet: Sie erledigen in 20% der Zeit 80% einer Aufgabe. Wollen Sie diese zu 100% Perfektion erledigen, dann müssen Sie noch 4x länger daran arbeiten.

Suchanfragen – wo ist das Pareto-Prinzip

Jetzt könnte man denken, dass das Pareto-Prinzip auch bei der Suche zutrifft. Im Klartext: Dass 20% der Suchbegriffe für 80% der Besucher sorgen. Das stimmt aber im online Business nicht. Zumindest nicht bei etwas grösseren Webseiten, die sich nicht auf eine ganz spezielle kleine Nische fokussiert haben. Schauen Sie sich dieses Beispiel an einer Seite, bei der die letzten 5000 Besucher analysiert wurden:

Die 20% häufigsten Suchbegriffe haben lediglich für etwa 55% des gesamten Traffics gesorgt. Die Hälfte aller Besucher kam durch die wichtigsten 10% der Suchbegriffe, und die zweite Hälfte kam durch die restlichen 90% der Suchbegriffe.

Im obigen Beispiel war es sogar so, dass fast 87% (4340 von 5000) aller Suchanfragen nur ein einziges Mal eingetippt wurden.

Somit ist der “long Tail” noch überhaupt nicht “tot”, wie das von SEO-Experten wie Aaron Wall gesagt wird (siehe seine englischsprachige Infografik). Er hat allerdings absolut recht in der Darstellung der Massnahmen von Google wie Instant oder der Rechtschreibekorrektur. Diese alle führen zu kürzeren Suchanfragen (und damit zur Darstellung von Anzeigen, deren Klick-Preise höher, weil härter umkämpft sind).

Weil kurze Suchanfragen mit einem, zwei oder drei Wörtern viel kompetitiver sind als lange Suchanfragen, sollte man sich deswegen mit seiner Webseite auch nicht ausschliesslich auf diese hart umkämpften Keywords stürzen. Schreibt man gute und lange Texte, dann wird sich der Besucherstrom von alleine einstellen – eben über diese Suchanfragen, die vielleicht nur ein einziger Mensch je eintippen wird.

 

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